Welche Kreditkarte ist die Richtige?

Kreditkarten gibt es wie Sand am Meer – welche aber ist die Richtige? Die Vielfalt der Produkte macht Verbrauchern nicht nur den Überblick schwer – oft werden auch schlicht die falschen Karten gekauft. Unnötige Versicherungen oder hohe Gebühren machen das beliebte Zahlungsmittel dann schnell zur Kostenfalle.

Eine Reiseversicherung hier, ein Bonusprogramm dort – Kreditkarten sind mehr als Zahlungsmittel aus Plastik. Sie bieten durch Zusatzleistungen einen echten Mehrwert –wenn dieser auf den Karteninhaber und seine Bedürfnisse abgestimmt ist. Um die richtige Kreditkarte zu finden, sollten Verbraucher ihr eigenes Nutzungsverhalten analysieren und mit dem Leistungskatalog abgleichen. Erst danach macht ein Kreditkarten-Vergleich Sinn.

Die Kartenfrage: Was brauche ich eigenlich?

Die grundlegenden Funktionen – also bargeldloses Zahlen rund um die Welt und Barverfügungen am Automaten – sollte jede Kreditkarte bieten. In diesen Punkten erfolgt der Vergleich verschiedener Kartenprodukte ausschließlich über den Preis: Auslandseinsatzentgelt, Barverfügungs- und Jahresgebühr sollten bei Kreditkarten, die sich ausschließlich auf diese Funktionen beschränken, so niedrig wie möglich ausfallen. Als Faustformel gilt: Bei Direktbanken wird für solche Karten gar nichts gezahlt, bei Filialbanken idealerweise nicht mehr als etwa 30 Euro im Jahr. Wer mehr von seiner Karte verlangt, hat es schon schwieriger, die richtige zu finden. Sehr viele Kreditkarten bieten Reiseversicherungen. Diese lohnen sich nur, wenn der Karteninhaber auch regelmäßig unterwegs ist. Gleiches gilt für Zugänge zu VIP-Lounges und Flugmeilen-Bonusprogramme. Wer geschäftlich nicht verreist und auch seinen Urlaub auf „Balkonien“ verbringt, kann auf Reiseservices verzichten.

Versicherungen versprechen gerne zu viel

Wenn solche Zusatzleistungen geboten werden, empfiehlt sich der Blick ins Kleingedruckte: Der Durchschnittsmensch hat nichts von einer Reisegepäckversicherung, die einen Selbstbehalt von 2.000 Euro je Schadensfall vorsieht. Auch Reiserücktrittsversicherungen, die in so gut wie keinem Fall wirklich zahlen oder den wesentlichen Teil der Stornokosten wegen einer hohen Selbstbeteiligung nicht abdecken, machen nicht viel Sinn. Besondere Vorsicht ist bei Haftpflicht- und Unfallversicherungen geboten, die im Leistungsumfang einer Kreditkarte enthalten sind: Die Policen sehen sehr oft viel zu geringe Leistungen bzw. Deckungssummen vor. Wer sich auf die Versicherungen verlässt und deswegen neben der Karte keine vollwertige Police mehr abschließt, geht schnell ein existenzielles Risiko ein.

Rabattprogramme können sich lohnen

Einen echten Mehrwert bieten viele Rabattprogramme. Insbesondere die, bei denen allein durch die Buchung mit der Karte ein Nachlass auf den regulären Preis gewährt wird, lohnen sich. Sie sind in (fast) jedem Fall Programmen vorzuziehen, bei denen Punkte gesammelt und dann später gegen Sachprämien eingetauscht werden können. Nicht selten können Kreditkartenbesitzer 10 bis 20 Prozent sparen, wenn sie ein Auto oder ein Hotel anmieten. Bei Bonusprogrammen hingegen sieht die Sache schon wieder anders aus: Die Bedingungen für viele der kostenfreien Zusatzleistungen sind so kompliziert, dass es schwierig erscheint, alle theoretisch möglichen Vorteile auch tatsächlich zu realisieren.